Was macht der Risk Manager? Aufgaben und Skills in Risikomanagement

Berufsbild Risk Manager

Was macht ein Risk Manager - Berufsbild

Der Risk Manager befasst sich mit der Analyse, Beurteilung und Steuerung von Risiken. Er identifiziert Schwachstellen, die ein Unternehmen oder eine Organisation unter finanziellen, operativen oder sicherheitstechnischen Aspekten schädigen könnten, beugt ihnen vor und löst sie. Er ist verantwortlich für die Entwicklung von Strategien, Prozessen und Systemen für Risk-Management und -überwachung zum Schutz der Geschäftskontinuität.

Aber was macht eigentlich ein Risk Manager?

Zunächst führt der Risikomanager Analysen durch und sammelt Daten, um die internen und externen Risiken des Unternehmens auszumachen und das Risikoprofil zu definieren. Er analysiert die wichtigsten Risiko-Indikatoren (KRIs - Key Risk Indicators) und bewertet die eventuellen Risikofolgen ausgehend von verschiedenen angenommenen Szenarien (What-if-Analysis). Z. B. ein entgangener Gewinn, ein finanzieller Verlust, die Verletzung der Vertraulichkeit von Daten, Beschädigung des Betriebsvermögens (Produkte, Maschinen, Anlagen usw.).

Der Risk Manager bewertet ausgehend von der Risikoanalyse die bestehende Unternehmenspolitik und prüft die Risikomanagement-Methoden. Stößt er auf Risiken oder Schwachstellen (Vulnerability Assessment), macht er Vorschläge zur Weiterentwicklung oder Änderung der Risikopolitik oder des angewandten Enterprise Risk Management Systems (ERM). Er richtet auch Kontrollsysteme und strategische Notfallpläne ein, um das Eintreten einer Risikosituation zu verhindern, den entstehenden Schaden zu begrenzen oder das Risiko auf Dritte zu übertragen und so den Wert des Unternehmens zu schützen.

Je nach der Situation können sich diese Pläne unterschiedlich gestalten: z. B. in Form eines Geschäftskontinuitätplans (Business Continuity Plan), um Tätigkeitsunterbrechungen entgegenzuwirken, der Definition von einem Krisenmanagementplan, der Einführung neuer Anwendungsprotokolle und Ordnungen zur Schadensbegrenzung, der Anpassung der Prozeduren an die jüngsten gültigen Standards, des Abschlusses von Versicherungsverträgen.

Es gibt zudem aber auch inhärente Risiken, die sich nicht zur Gänze vermeiden lassen: z B. die Risiken bei Tätigkeit auf dem Finanzmarkt. In diesem Fall hat der Risikomanager die Aufgabe, die Risikobereitschaft zu definieren (Risk Appetite) und Strategien zu entwickeln, um die Risikoexposition unterhalb einer gewissen Sicherheitsschwelle zu halten.

So gesehen spielt Dokumentation eine vorrangig wichtige Rolle: der Risk Manager benötigt Datenmaterial (Statistiken, Bereichsstudien usw.), sowohl in Unterstützung seiner Risikobewertung, als auch für die Erstellung periodischer Risikoberichte für die zuständigen Manager, Gremien und die Geschäftsführung.

Zu den Aufgaben des Risikomanagers gehört es denn auch, der Unternehmensleitung Beratung und Empfehlungen zum Thema Risikomanagement zu erteilen: z. B. kann er die Entwicklung einer stärkeren und stabileren IT-Infrastruktur vorschlagen, um die Cyber Security zu erhöhen, die Automatisierung der internen Kontrollen oder die Anpassung von Business-Modellen, um sich neu ergebende Risiken anzugehen - im engen Schulterschluss mit anderen regulatorischen Fachabteilungen.

Zudem muss er wirtschaftliche, soziale und gesetzliche Änderungen, die sich operativ wie strategisch auf das Risikoprofil auswirken könnten, proaktiv identifizieren und beurteilen.

Risk Manager - Kompetenzen

Aber das ist nicht alles …

In manchen Fällen kann der Risikomanager direkt mit der Implementierung der vorgelegten Risikomanagementpläne beauftragt werden, also mit ähnlicher Funktion wie die eines Projektmanager: d.h., ein Budget und eine Frist bekommen, innerhalb der er die vorgesehenen Maßnahmen erfolgreich durchgeführt haben muss. Er arbeitet mit Managern, Abteilungsleitern und Mitarbeitern auf allen Ebenen zusammen um sicherzustellen, dass die eingeführten Prozeduren in allen Abteilungen beachtet werden und führt Risiko-Schulungen und Trainings durch, um das Personal zur unternehmerischen Risikopolitik zu schulen und das Bewußtsein für die mit ihrer Tätigkeit verbundenen Risiken zu stärken.

Zudem führt er Prüfungen, “Stresstests” und Audits durch zwecks Kontrolle der Wirksamkeit der Risikomanagementprozesse und der Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen, mit dem Ziel kontinuierlicher Revision und Verbesserung.

Welche Unternehmen stellen Risk Manager ein?

Der Risikomanager kann für Unternehmen und Organisationen in vielen unterschiedlichen Branchen tätig sein: Jobangebote für Risk Manager kommen vor allem von Banken und Anbieter von Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Baufirmen und Ingenieurgesellschaften, Informatik- und Telekommunikationsunternehmen, Buchprüfungsgesellschaften und Beratungsfirmen für Risikomanagement.

Der Arbeitsplatz ist in der Regel das Büro, auch wenn mitunter Dienstreisen nötig werden können: um mit eigenen Augen bestimmte Risiken im Zusammenhang mit speziellen Arbeitsvorgängen zu prüfen, um dem Management oder den Investoren die Ergebnisse der Risikobewertungen und Berichte zu präsentieren oder auch um die Kunden, die die Risk Management Beratung in Anspruch nehmen, zu treffen.

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Aufgaben und Tätigkeiten des Risk Managers

Risk Manager - Aufgaben

Die wichtigsten Zuständigkeiten und Aufgaben eines Risk Managers sind:

  • Analyse des Risikoprofils
  • Präsentation der Risikobewertung vor dem Senior Management und der Unternehmensführung
  • Erarbeitung von wirksamen Risikomanagementstrategien
  • Überwachung der wesentlichen Leistungsindikatoren (KPI) des Risk Managements
  • Regelmäßige Revision der internen Risikopolitik und Anpassung an die neuen Bestimmungen
  • Aktiver Beitrag zur Umsetzung der Risikomanagementpläne
  • "Head"-Funktion bei Risk Management-Projekten
  • Personalschulung zu den Risikomanagementprotokollen und Verbesserung des Risikobewusstseins im Unternehmen
  • Entwicklung von Kontrollsystemen zur Schadenseingrenzung
  • Erstellung periodischer Berichte für die Unternehmensleitung und Beratung

Risk Manager - Ausbildung und Anforderungen

Risk Manager - Ausbildung

Um Risk Manager zu werden wird im Allgemeinen ein erfolgreich abgeschlossenes Studium in BWL, Statistik, Rechtswissenschaften, Mathematik, Informatik - idealerweise mit den Schwerpunkten Risikomanagement oder Wirtschaftsinformatik - und in vergleichbaren Fächern verlangt.

Inhalte der theoretischen Ausbildung sind multidisziplinäre Themen wie Datenanalyse, Corporate Governance, Risk Management, Internal Audit, Compliance, Sicherheit, Quality Management, qualitative und quantitative Risikobewertungsmodellen.

Neben dieser Kenntnissen suchen Arbeitgeber vor allem Kandidaten mit mehrjähriger Berufserfahrung im Risikomanagement, z. B. im Bankenbereich oder bei Versicherungen, Finanz-, Revisions- und Beratungsgesellschaften.

Für das Risikomanagement in spezifischen Bereichen (z. B. IT, Bau- und Ingenieurwesen, Gesundheitswesen) können von den Bewerbern hingegen eine spezielle Ausbildung und vertiefte technische Kompetenzen verlangt werden, auch hinsichtlich der gesetzlichen Bestimmungen und Anforderungen und der nationalen wie internationalen Risikomanagement-Standards.

Bevorzugt werden Bescheinigungen oder Zertifikate in Risikomanagement, die man durch eine Ausbildung zum/r zertifizierten Risikomanager erwerben kann.

Risk Managers - Fähigkeiten und Voraussetzungen

Die wichtigsten Skills und Kompetenzen eines Risk Managers sind:

  • Fachliche Kompetenz in Risk Assessment und Risk Management
  • Kompetenzen im Auditing und Reporting
  • Know-How zur Erarbeitung und Umsetzung von Risikomanagementstrategien
  • Kenntnis der Risk Management Tools
  • Gute MS-Office-Kenntnisse
  • Überzeugungskraft und Kommunikationsstärke
  • Gutes Zahlenverständnis
  • Verhandlungssicherheit
  • Analytisches Denkvermögen
  • Fähigkeit in Organisations- und Zeitmanagement
  • Fähigkeit sowohl selbständig als auch im Team zu arbeiten
  • Verantwortungsbewusstsein und Proaktivität

Karriere als Risk Manager

Karriere als Risk Manager

Eine Karriere als Risk Manager kann mit einer Position als Junior Controller oder Junior Risk Manager starten, um Praxiserfahrung im Auditing, in Finanzanalyse, Compliance Management und Risikomanagement zu sammeln, z. B. in einem Kreditinstitut oder einer Versicherungsgesellschaft. Nach einigen Jahren Berufserfahrung kann man Risikomanager werden und sich bis hin zum Senior Risk Manager weiterentwickeln, um dann Chief Risk Officer des Unternehmens zu werden.

Eine andere Karrieremöglichkeit ist die Selbständigkeit und Beratungstätigkeit, und alleine oder in Gemeinschaft mit anderen Experten für unterschiedliche Unternehmen und Organisationen in der Risikobestimmung, -bewertung und -überwachung zu arbeiten.

Daneben kann man sich auf das Management einer bestimmten Art von Risiko spezialisieren. Z. B. in Banken, Versicherungen und anderen Gesellschaften, die Finanzdienstleistungen anbieten, ist der Credit Risk Analyst / Credit Risk Manager sehr gefragt, ein Experte im Credit Risk Management, in der Bewertung von Liquiditäts- und Finanzrisiken und im Market Risk Controlling.

Ein weiterer Beruf mit großer Nachfrage ist derjenige des IT-Risk Managers, der sich mit den IT-Risiken und der IT-Sicherheit auseinandersetzt (Information Risk Management) und auf den Schutz der IT-Infrastruktur und der Betriebskontinuität (BCM) beim Eintritt potenzieller Gefahren spezialisiert ist.

Es gibt aber auch zahlreiche Nischen für die Spezialisierung: z. B. in Enterprise Risk Management, Operational Risk Management, Technology Risk Management, Security Risk Management, Commodity Risk Management.

Gute Gründe für eine Karriere im Risk Management

Als Risk Manager erfüllt man eine sehr wichtige Funktion, an vorderster Front, um Unternehmen bei der Identifikation, Analyse, Bewertung und Steuerung der Risiken zu unterstützen, und somit Mehrwerte für das Unternehmen zu schaffen.

Der Beruf eignet sich für Menschen, die besonders entscheidungsfreudig sind und große Problem Solving-Fähigkeiten haben sowie die Fähigkeit, positive Arbeitsbeziehungen auf allen Ebenen zu schaffen. Der Risikomanager arbeitet mit allen Geschäftsabteilungen zusammen, um einen ganzheitlichen, integrierten Ansatz beim Risikomanagement zu gewährleisten und um das Bewußtsein der Mitarbeiter zu diesem Thema zu stärken.

Es handelt sich um eine verantwortungsvolle Aufgabe, mit attraktivem Gehalt. Dank der mittlerweile weit verbreiteten Anerkennung der strategischen Bedeutung des Risikomanagements sind die Unternehmen immer häufiger auf der Suche nach Experten in Risk Advisory. So versuchen sie, die betriebliche Kontinuität zu garantieren und der steigenden Anzahl potentieller Gefährdungen die Stirn zu bieten, die sich aus der Globalisierung, der Digitalisierung betrieblicher Abläufe und der steigenden Anzahl gesetzlicher Bestimmungen ergeben.

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